Arbersee

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Großer Arbersee im Bayerischen Wald, Foto: Jordan Jungk, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Der Große Arbersee

Tief im Herzen des Bayerischen Waldes liegt ein verborgenes Paradies – der Große Arbersee. Er ist ein beliebtes Ziel für Naturfreunde, Abenteurer und Erholungssuchende. Umgeben von der majestätischen Berglandschaft des Großen Arbers, lockt der See jährlich bis zu einer halben Million Besucher an. Der Große Arbersee liegt im Landkreis Regen, auf einer Höhe von 934 Metern. Mit einer Wasserfläche von 6,85 Hektar und zusätzlich über einem Hektar Schwingrasen am Westufer, präsentiert er sich als Juwel inmitten der Natur. Im Westen überragt die imposante Seewand die Kulisse. Die majestätische Arberseewand ragt fast 400 Meter hoch auf. Der Aufstieg über die Seewand zum Gipfel des Arbers wurde aufgrund von Borkenkäferbefall, mehreren Abstürzen und Rettungsaktionen geschlossen. Von der Seewand aus ergießt sich auch der Geigenbach mit seinen Wasserfällen in den See. Zusätzlich speisen Sickerquellen direkt aus der Seewand den See. Der Geigenbach fließt am östlichen Seeende wieder hinaus und fungiert als Abfluss. Letztendlich mündet er in den Großen Regen. Der See liegt unmittelbar neben der teils stark befahrenen Arbserseestraße. Somit ist der See zwar sehr leicht erreichbar, büßt aber einen teil seiner Ursprünglichkeit dadurch ein. Der see ist über Wanderwege, teilweise steinig und häufig nass, zugänglich, die durch das Moorgebiet führen und teilweise Stege um den See bieten. Entlang des Ufers befindet sich das Gasthaus Arberseehaus, unmittelbar beim Parkplatz. Das restliche Seeufer ist – bis auf die Wanderwege- unverbaut.

Der Große Arbersee: Ort der Mythen und Legenden

Das Gebiet um den Großen Arbersee ist von historischer Bedeutung. Bereits in der Schenkungsurkunde von Kaiser Konrad II. aus dem Jahr 1029 wurde der „See, welcher am Berg Hadauit ist“ erwähnt. Die Gegend um den See war einst von Morast umgeben, aber anders als andere Seen in der Region beheimatete der Große Arbersee „Steinforellen“. Die Landschaft um den See hat im Laufe der Zeit eine Veränderung durchlebt. Der See wurde zur Holztrift aufgestaut, wodurch sich das Hochmoor in Form von zwei Halbinseln am Westufer ablöste.

Zwischen 1803 und 1897 verlor der See infolgedessen 1,457 Hektar seiner Fläche. Um das Zuwachsen zu verhindern und die für die Holztrift wichtige Abflussmenge zu erhöhen, wurde 1898 bis 1899 ein Teil der Schwingrasen abgesprengt und an Land gezogen. Dieser Versuch führte tragischerweise zum Tod eines Arbeiters und zu Verletzungen des Sprengmeisters. Die Gegend um den Großen Arbersee war einst von Geschichten über unerlöste Seelen, Hexen und Geistern geprägt, was dem abgelegenen See einen unheimlichen Ruf einbrachte. Um 1904 entstand das Lied vom Arbersee und 1905 wurde das erste Arberseehaus erbaut. Damals galt der abgelegene Ort als düster und unheimlich.

Der Große Arbersee – ein See aus der Eiszeit

Geologisch gesehen ist der Große Arbersee ein Karsee, ein Relikt aus der Eiszeit. Vor etwa 10.000 Jahren schmolzen die Geltscher am Großer Arber. Sie ließen ein Gesteinsbecken zurück, das sich mit Wasser füllt, der Arbersee entstand. Früher war der Große Arbersee noch größer. Im Laufe der Zeit hat der See durch Verlandung an Fläche verloren, wobei zwischen 1803 und 1897 etwa 1,5 Hektar verloren gingen. Um dem Zuwachsen des Sees entgegenzuwirken, wurden 1899 große Teile der Schwingrasen abgesprengt und an Land gezogen, wodurch die Seefläche erheblich vergrößert wurde. Heute sind noch zwei größere Schwingrasenflächen im westlichen Teil des Sees erhalten, eine mit 1,4 Hektar im Südwesten und eine mit 0,8 Hektar im Nordwesten. Anders als die schwimmenden Inseln im Kleinen Arbersee sind die Schwingrasen am Großen Arbersee mit dem Ufer verbunden, haben aber keine feste Verbindung zum Seegrund.

Die schwimmenden Inseln am Arbersee

Schwingrasen – eine Besonderheit an den Arberseen
Die Arberseen, der Kleine und der Große Arbersee, haben etwas Einzigartiges – die Schwingrasen. Ein solcher Schwingrasen ist ein frei schwimmeender Rasen ohne Verankerung zum Untergrund, sie bestehen überwiegend aus Torfmoosen. Diese Rasen entstanden, als die beiden Arberseen Ende des 19. Jahrhunderts aufgestaut wurden, um Holz zu transportieren. Dadurch vergrößerten sich Seeflächen und die Moorfilze lösten sich vom Untergrund. Im Großen Arbersee sind die Schwingrasen teilweise mit dem Ufer verbunden und bleiben somit am Westrand des Sees. Im Kleinen Arbersee dagegen tieben die Schwingrasen jahrelang als schwimmende Inseln über den See. Jetzt sind sie seit einiger Zeit mehr oder weniger an einer Stelle stabil. Manche dieser Inseln sind 1,5 bis 3,5 Meter dick, auf denen sogar 40- bis 60-jährige Fichten wachsen. Die größte Insel erstreckt sich über 4.500 m². Doch das Betreten dieser schwimmenden Inseln am Kleinen und Großen Arbersee ist gefährlich und deshalb nicht erlaubt. Und natürlich stehen sie unter Naturschutz!

Naturschutzgebiet Großer Arbersee

Der Große Arbersee hat sich im Laufe der Geschichte gewandelt und ist heute ein geschütztes Naturreservat. Seit 1914 als Pflanzenschonbezirk ausgewiesen, wurde 1939 das Naturschutzgebiet Großer Arbersee und Arberseewand eingerichtet. Dieses Schutzgebiet umfasst eine Fläche von 157 Hektar, die den See und seine Umgebung einschließlich der Seewand schützen. Bis 1993 war der Bootsbetrieb auf dem See uneingeschränkt möglich, jedoch ist heute aus Gründen des Naturschutzes das Betreten der schwimmenden Inseln sowie das Eisschießen nicht gestattet.

Die Tier- und Pflanzenwelt rund um den Großen Arbersee ist faszinierend. Die Versauerung des Sees führte dazu, dass nur noch bestimmte Insektenarten und Pflanzen dort gedeihen. Dennoch bietet das Naturreservat Lebensraum für viele Tierarten, darunter verschiedene Vögel wie das Auerhuhn, den Fichtenkreuzschnabel und die Stockente. Die Arberseewand begrenzt den See und den Kern des Naturwaldreservats im Westen. Aufgrund der Steilheit und Unzugänglichkeit des Geländes war Forstwirtschaft nie möglich, wodurch ein natürlicher ökologischer Kreislauf erhalten blieb. Hier stehen bis zu 400 Jahre alte Bäume, die vielen Tierarten als Lebensraum dienen, darunter auch seltenere Arten wie der Weißrückenspecht, der nur in den Alpen und im Bayerischen Wald vorkommt.

Wandern am Großen Arbersee

Rund um den Arbersee führt ein einfacher Wanderweg. Prinzipielle ist der Weg ein leichter Weg, der von jedem gegangen werden kann. Doch gerade im Moorbereich kann der Untergrund oft nass sein. Empfehlenswert sind daher Schuhe mit einem guten Profil. Die Runde um den Großen Arbersee ist 1,7 km lang. Dabei kommt du an zwei schönen Aussichtspunkten vorbei. Von hier aus hast du herrliche Blicke über den See und die umliegende Landschaft. Weitere Wandertouren führen dich auf den nördlich gelegenen Großen Arber oder das Mittagsplatzl, das hinter der Seewand aufragt. Erfahre hier mehr zu den:
–> Wanderungen Arbersee

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Häufige Fragen

Wie groß ist der Große Arbersee und welche Besonderheiten hat er?

Der Große Arbersee hat eine Wasserfläche von 6,85 Hektar und zusätzlich über einem Hektar Schwingrasen am Westufer. Er ist von der majestätischen Berglandschaft des Großen Arbers umgeben und liegt auf einer Höhe von 934 Metern.

Warum ist der Große Arbersee ein Naturschutzgebiet und welche Arten sind dort geschützt?

Der Große Arbersee ist seit 1939 ein Naturschutzgebiet, das eine Fläche von 157 Hektar umfasst. Es schützt nicht nur den See, sondern auch seine Umgebung, einschließlich der majestätischen Arberseewand. Das Gebiet beherbergt eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt, darunter seltene Arten wie das Auerhuhn, den Fichtenkreuzschnabel und den Weißrückenspecht.

Wie erreicht man den Großen Arbersee und gibt es Parkmöglichkeiten?

Der Große Arbersee ist über die teilweise stark befahrene Arbserseestraße leicht erreichbar. Es gibt einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe, und der See ist gut zugänglich über Wanderwege, die teilweise steinig und nass sein können.

Welche Wanderwege führen um den Großen Arbersee herum und wie lang sind sie?

Es gibt einen etwa 1,7 km langen Wanderweg rund um den Großen Arbersee. Dieser Weg bietet schöne Aussichtspunkte über den See und die umliegende Landschaft. Weitere Wandertouren führen zu Zielen wie dem nördlich gelegenen Großen Arber oder dem Mittagsplatzl hinter der Seewand.

Warum wurde die Wanderung über die Seewand zum Gipfel des Arbers geschlossen?

Die Wanderung über die Seewand zum Gipfel des Arbers wurde aufgrund von Borkenkäferbefall, mehreren Abstürzen und Rettungsaktionen geschlossen.

Was sind Schwingrasen und warum sind sie einzigartig für die Arberseen?

Schwingrasen sind frei schwimmende Rasen ohne Verankerung zum Untergrund, die hauptsächlich aus Torfmoosen bestehen. Sie entstanden, als die Arberseen Ende des 19. Jahrhunderts aufgestaut wurden, um Holz zu transportieren. Im Großen Arbersee sind die Schwingrasen teilweise mit dem Ufer verbunden.

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